Das wohl älteste schriftliche Relikt, das über Coltano existiert, besteht aus einem Dokument mit Datum vom 30. April 780, das derzeit im Staatsarchiv zu Pisa aufbewahrt wird, in dem ein Adelsherr aus Pisa die Mönche der Abte „Abbazia di San Savino“ um die Erlaubnis bittet Otter in den Gebieten um die Kirche „San Quirico di Coltano“ jagen zu dürfen. Von da ab gibt es Zeugnisse verschiedener Besitzwechsel, wie z.B. im Jahre 1562, als der Papst Pius VI. das gesamte Besitztum von Coltano von der Abtei „Abbazia di San Savino“ dem Militärorden der Reiter des hl. St. Stefan (ordine militare dei Cavalieri di Santo Stefano) übertrug; danach, im Jahre 1586, gelangt Coltano dank des Fürsten Antonio, der in diesem Gebiet seine Jagd- und Angelresidenz errichten wollte, weg vom Orden des hl. St. Stefan hin zu den Medici, und im April des Jahres 1587, begann der Großherzog Cosimo I. nach einem Entwurf des berühmten Architekten Bernardo Buontalenti mit der Konstruktion der noch heute zu sehenden Villa im Zentrum der Dorfes.
Die Haupttätigkeit des Landgutes Coltano war die Viehzucht, und einen beachtlichen Beitrag leisteten auch die Jagd und der Fischfang.
Der größte Teil des trockenen Geländes wurde für Wiesen, Weideflächen und Ackerbau genutzt; in den bewaldeten Flächen fand man Eichenarten, wie Steineichen und Stieleichen. Eine Reihe von geradlinig verlaufenden Hainen umrandete die Trockengebiete, um zu vermeiden, dass die Pferde von den Weiden weg gelangen könnten, wo man sie frei gelassen hatte, und in die Sümpfe gerieten.
Unter den Lorena blühte das Gut „Tenuta di Coltano“ erst richtig auf, nicht zuletzt Dank des Großherzogs und Peter Leopold I.: im Zeitraum 1739 bis 1788 wurden viele Brücken errichtet, zahlreiche Gräben und Kanäle angelegt, und man eröffnete die Vione dei Pini (Kiefernallee), die heutige „Via della Sofina“ (welche sich über eine Länge von gut 6 km erstreckt), welche sich durch die doppelten Kiefernreihen auf beiden Straßenseiten auszeichnet, und die vom „Palazzo di Coltano“ bis hin nach „San Piero“ in Grado führt. Das Gut „Tenuta di Coltano“ gelangt mit der Vereinigung Italiens im Jahre 1860 zur Ausstattung der Krone des Vittorio Emanuele II. und wurde somit zu einer der Jagdgründe des Königs und seiner Angehörigen.
|